Mallorca's Vegetation
Auch wenn die zuweilen extrem starke Hitze und der fehlende Regen im Sommer die Pflanzen einiges abverlangen, gedeihen auf Mallorca weit über 1000 verschiedene Blütenpflanzen, die ganzjährig dafür sorgen, dass Mallorca immer noch als die grünste, artenreichste und vielfältigste Mittelmeerinsel gilt. La Luminosa, "die Leuchtende", nennen die Einheimischen ihre Insel und besonders einleuchtend erscheint dieser Name, wenn im Februar die Blüten der ca. 7 Millionen Mandelbäume die Insel mit einem weiß-rosafarbenen Kleid überziehen. Der Mandelbaum wurde von den Mauren auf die Balearen eingeführt. Die meisten Mandelbäume findet man an der Ostküste, von Portocolom bis nach Cala Millor, in der Gegend um LLucmajor, sowie um Motuiri. Erntezeit ist der Hochsommer. Dann werden unter den Bäumen Netze ausgebreitet und die lockersitzenden Früchte mit langen Stöcken abgeschlagen. Man trennt die Kerne von der Schale und gibt die Kerne weiter zur Produktion von Mandelschokoladen, Mandelöl oder Mandellikör. Rund 7000 t Mandeln bester Qualität werden auf Mallorca jedes Jahr produziert. Mallorca besteht also nicht nur aus Palmen.
Im April bezaubern zigtausend Magariten, im Herbst gelbe Ringelblumen und wenn im Winter die Zitrusbäume üppige Früchte tragen sieht man wie so gelbe und orangefarbene Muster die Landschaft malen und somit auch die Schönheit der Insel zusehen ist. Beliebt sind Wanderungen durch die dichten Pinien- und Aleppokiefern- Wälder, die jedoch teilweise durch die dicht gewachsenen, intensiv duftenden Macchia- und Garrigue-Sträucher erschwert werden. Ebenfalls ein Genuss für Auge und Nase sind die zahllos wachsenden wilden Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Lavendel und Salbei. Besonders faszinierend sind die Orchideen und Botaniker behaupten, dass bis zu 200 verschiedene Arten auf Mallorca wachsen. Nicht alle Pflanzen sind ursprünglich auf der Insel beheimatet gewesen, sondern ebenso wie in der Architektur oder in der Küche sind auch hier die Einflüsse der Bewohner und Herrscher aus verschiedenen Kulturen und Ländern spürbar. Abpflücken ist streng verboten, denn sie stehen unter Naturschutz. So brachten einst die Römer die Olivenbäume und den Wein mit, die arabischen Mauren pflanzten Mandel-, Zitronen-, Orangen-, Johannisbrot-, Feigen-, Aprikosen- und Pfirsichbäume und legten Terrassen mit einem genialen Bewässerungssystem in den Berghängen an und die Festlandspanier, die die Insel von den Mauren zurückeroberten, führten Kartoffel und Tomate ein.
Eine der wichtigsten Kulturpflanzen Mallorcas ist der Olivenbaum. Er wurde grösstenteils schon im 16. und 17. Jh. angepflanzt, vorzugsweise in der Serra Tramuntana und zum Teil noch in den ihr vorgelagerten Landstrichen. Nicht nur die Früchte sind verwendbar, auch das schön gemaserte, polierfähige Olivenholz eignet sich für Schnitzarbeiten, die in diversen Kunsthandwerksläden verkauft werden. Auffallend und eher unbekannt ist der Johannisbrotbaum mit seinen immergrünen Blättern und dem im Herbst ausgereiften, ca. 20 cm langen Hülsenfrüchten, die früher zu Brot- und Kaffee-Ersatz verarbeitet, heute aber vorwiegend als Futter für das Vieh verwendet werden. Eine weitere, hierzulande nicht gängige Nutzpflanze ist die Kapernpflanze, die auf riesigen Feldern an Sträuchern wächst. Die Knospen der Pflanzen werden getrocknet, gesalzen in Öl und Essig eingelegt und exportiert, würzen aber auch vielerlei Gerichte auf ganz spezielle mallorquinische Art.
So viele verschiedene Pflanzen Mallorca auch aufweisen kann, bei den Tieren findet man -zumindest auf der Erde- weniger. Neben den domestizierten Tieren und den sich stark vermehrenden wild lebenden Mäusen, Ratten, Kaninchen, Hasen, Katzen und Hunden gibt es vor allem Reptilien wie Geckos und Eidechsen auf der Insel, wobei die schönsten und grössten Eidechsen auf der im Südwesten vorgelagerten kleinen Insel Sa Dragonera leben. Auch Land- und Sumpfschildkröten sind auf Mallorca heimisch sowie einige ungiftige Schlangenarten.
Naturpark de's Albufera
Das Feuchtgebiet S'Albufera ist das grösste zusammenhängende Feuchtgebiet Mallorcas. Es erstreckt sich von Port d'Alcúdia bis nach Can Picafort. Ins Hinterland reicht es fast bis nach Muro. Die Brackwasserkanäle haben ein Gesamtlänge von fast 400 km. Auf einem guten Wegenetz, vorbei an Kanälen, Tümpeln und hohen Riedgras lässt es sich bequem wandern. Vor allem Vogelfreunde werden auf ihre Kosten kommen. In den Kanälen leben auch viele Aale, die hier eine Spezialität sind. Die Balearenregierung kaufte 1985 800ha des Feuchtgebietes. 1998 wurden das grösste Feuchtgebiet Mallorcas zum Naturpark erklärt. In den Berge gibt es vereinzelt noch Wild und Bergziegen. Für Ornithologen jedoch ist Mallorca eine Fundgrube, denn nicht wenige Singvögel, aber auch seltener antreffende Vögel wie Reiher, Falken, Flamingos, Kormorane (vor allem auf Cabrera) und Seeadler wählen Mallorca als Winterquartier oder leben ganz hier. Insgesamt kann man auf der Insel ca. 300 verschiedene Vogelarten sehen und hören. Auch unter Wasser tummeln sich die verschiedensten Fischvariationen. Allerdings hat die Lust von Millionen von Touristen auf Fisch und Meeresfrüchte den Bestand schon arg dezimiert. Grösstenteils wird der Fisch daher von den gazilischen Atlantikgewässern nach Mallorca importiert. Südlich von Mallorca liegen die besten Fischgründe. In den seichteren Gewässern im Norden und Nordosten der Insel leben in 400 m Tiefe Langusten und Kaisergranaten, die aber vom 1. September bis zum 1. März nicht gefischt werden dürfen, die Jagd auf Hummer ist sogar nur auf Juni bis August begrenzt. Rund um Mallorca findet man u.a. Petersfische, Brasse, Zackenbarsche, Seeteufel, Tintenfische, Makrelen und vor der Küste von Cala Ratjada auch noch Rochen, die dem Ort eins seinen Namen gaben.
Zum Schluss ein paar Worte über die unangenehmsten tierischen Bewohner der Insel: Die
Sandflöhe. Sie bevölkern vor allem die langen Sandstrände und man ist ihnen nahezu rettungslos ausgeliefert, weil sie anscheinend gegen die meisten Insektenschutzmittel immun sind. Da hilft nur: Nicht auf den Sand, sondern immer auf die Liege legen (Sandflöhe sind faul und finden ihre Opfer gerne direkt am Sand);sich regelmässig eincremen und aufpassen, denn ein Sandfloh sticht meist nicht nur einmal, sondern gleich zigmal. Erwischt man ihn schnell, so erspart man sich bis zu 20 weitere schmerzhaft juckende Beulen.