Mallorca Inseldaten
Die Balearen waren über die Jahrtausende einer Vielzahl von ethnischen Einflüssen ausgesetzt. Es deuten Funde darauf hin, dass Mallorca bereits im 5. Jahrhundert vor Christi besiedelt gewesen ist. Im 2. Jahrhundert nach Christi folgten die Römer, und seit der Eroberung Spaniens durch muslimische Heere pulsiert auch arabisches Blut in den Adern der Inselbevölkerung. Die Entwicklung der Bevölkerung veränderte sich aufgrund kriegerischer Ereignisse, Epidemien und Hungersnöte dramatisch. So sank die Bevölkerungszahl von Jahre 1364 (ca. 65.000 Menschen) binnen 60 Jahren auf nur noch 51.000 Menschen. Viele grössere Siedlungen sind verödet, da sich viele Menschen wegen besserer Überlebenschancen aufs Land geflüchtet hatten. Erst im 16. Jahrhundert hat wieder ein allmähliches Wachstum begonnen, vornehmlich in den Städten.
Eine rasante Bevölkerungszunahme setzte zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Zu dieser Zeit lebten etwa 250.000 Menschen auf der Insel, etwa jeder 4. davon in Palma. Bis 1960 ist die Zahl der Inselbewohner auf 360.000 angestiegen, bis 1980 auf 500.000 und zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf etwa 750.000 Menschen, 400.000 davon alleine in der Hauptstadt Palma de Mallorca. Grund für die starke Konzentration auf die Metropole ist eine um 1960 begonnene Landflucht. Zu dieser Zeit begann auch der Massentourismus auf Mallorca. In den Hotels liess sich besser Geld verdienen als auf dem Dorf, wo zudem für die Jugend nicht sehr attraktiv war.
Kritik
In jüngster Zeit ist eine Wiederbesiedlung ländlichen Regionen zu verzeichnen, begleitet von einem deutlichen Strukturwandel. Nicht die Einheimischen sind zurückgekehrt, sondern Fremde haben den Reiz der idyllisch gelegenen Dörfer für sich entdeckt. Viele Bauernhöfe wurden in Ferienwohnungen umgewandelt. So begann die Entwicklung von traditioneller Agrarlandschaft zur exklusiven Ferienlandschaft. Die Küstenfläche Mallorca's beträgt ca. 555 qkm. Über 7 Millionen Touristen besuchen jedes Jahr die Insel. Aus Deutschland kamen im Jahr 2000 ca. 3,5 Millionen Touristen. Der Tourismus ist der wichtigste Bereich der mallorquinischen Wirtschaft, jeder 3. Euro kommen aus dem Tourismusgewerbe.
Auf Mallorca scheint die Sonne durschnittlich an 300 Tagen im Jahr, etwa 10 Stunden pro Tag im Sommer und ca. 5 Stunden pro Tag im Winter. Die Luftfeuchtigkeit liegt im Mittel bei 70%. Die Insel gliedert sich geographisch in drei Teile: Im Westen liegt die ca. 30 km breite Serra Tramuntana, die von Andratx im Süden bis hin zu Camp Formentor im Norden reicht. Sie weist etwa 40 Berge mit über 1.000 Höhenmetern auf, der der höchste Berg ist der Puig Mayor (1443m) zwischen Sóller und Lluc. Hier ist das Klima rau und wild. Ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde. Badestrandliebhaber werden auf dieser Seite der Insel nicht glücklich.
Wer auf zwei oder vier Räder unterwegs ist, sollte die Blicke auf Meer und Berge von der einmaligen schönen Panoramabergstraße (C710) geniessen, die sehr kurvenreich unterhalb der Bergspitzen und oberhalb des Meeresspiegel verläuft. Das Gebirge, in dem im Winter sogar Schnee fällt, dient als Schutzwall für die übrige Insel und hält die teilweise recht heftigen Nordwestwinde ab. Den Süden und Südosten der Insel, begrenzt von El Arenal an der Bahia de Palma im Westen, von Algaida und Felanitx im Norden und von Portocolom im Osten, nennt man den Migjorn, "Mittag". Der Landstrich macht seinem Namen alle Ehre, denn hier scheint die Sonne auf Mallorca am intensivsten. Den frühesten Sonnenaufgang Spaniens gibt es am Cap Formentor zu sehen. Auf Mallorca gibt es die höchste Mandelbaumdichte des Mittelmeeres. 6 Millionen Bäume - 10x so viel, wie Mallorca Einwohner hat. Die Altstadt von Palma ist die grösste zusammenhängende Altstadt in Europa. Den grössten unterirdischen See der Welt findet man bei Porto Cristo: Die "Coves del Drach". Das weltweit breiteste Kirchenschiff befindet sich in der Kathedrale in Palma. Spaniens erstes privates Naturschutzgebiet ist das "Sa Trapa".
Mallorca ist zweisprachig
Die Zweisprachigkeit auf Mallorca ist Streitpunkt zahlloser Diskussionen auf der Insel. Für jedermann sichtbar ist die unterschiedliche Schreibweise derselben Ortsschilder, z.B. El Arenal, L’Arenal oder S’Arenal. Kastilisch (Hochspanisch) und Katalanisch finden sich hier wieder. Katalanisch ist eine romanische Sprache und kommt aus dem Vulgärlatein und war im Mittelalter die Umgangssprache an der westlichen Mittelmeerküste. Anfang des 13. Jahrhunderts kam Katalanisch durch die Reconquista (Wiedereroberung) auf die Balearen. Zur verbindlichen Sprache wurde es durch Ramón Llull (sein Denkmal steht am Passeig Maritim in Palma). Katalan (catalá) spricht man heute in den katalanischen Regionen auf beiden Seiten der Pyrenäen, in Teilen der französischen Pyrenäenregion Roussillon, in Andorra, Valencia, Alghero (Nordsardinien) und -als mallorqui, dem inseltypischen Dialekt- auf Mallorca. Mallorqui kommt selbst Festlandspaniern "spanisch" vor.